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Crowdsourcing
Hinter dem Begriff 'Crowdsourcing' verbirgt sich der aktuelle japanische Trend in Marktforschung und Produktdesign. Dabei werden die sozialen Netzwerke genutzt, um Produkte in Geschmack und Design durch die Community entwickeln zu lassen. Dichter dran am Endverbraucher kann man nicht sein. Zwar ist die Idee an sich nichts Neues, aber die Web-2.0-Ära und die weiter voranschreitende Vernetzung im social networking machen Crowdsourcing (Crowd + Outsourcing = Crowdsourcing) zu einem immer beliebter werdenden Weg bei der Produktentwicklung und Vermarktung. Vor allen Dingen kleinere und mittlere Unternehmen, deren Entwicklungs- und Werbeabteilungen mit weniger hohen Etats ausgestattet sind, bedienen sich immer häufiger der Crowdsourcing-Methode.

So auch der japanische Getränkehersteller Calpis, der immer öfter die Konsumenten via Crowdsourcing entscheiden lässt, wonach neue Getränke schmecken, wie sie verpackt und beworben werden sollen. Andere Firmen ziehen nach. Ob Kosmetik oder Mugen-Serie, damit ist die Spielzeugserie der Bandai Asovision gemeint, vor Crowdsourcing ist nichts sicher. Im Bandai-Konzern gibt es, kreiert von den einfallsreichen Kunden, demnächst Mugen-Schokolade. Allerdings ist hier in den Netzwerken noch keine Einigung darüber erzielt worden, welche Geschmacksrichtung sie haben soll. Auch über Verpackung und Größe gibt es derzeit noch keine einheitliche Meinung. Aber, was nicht ist, kann ja noch werden. Social networking macht's möglich.

Kritiker fragen unterdessen, ob trotz aller Kreativität der User hier nicht die Ursprungsidee der sozialen Netzwerke - Menschen grenzenlos miteinander in Kontakt zu bringen - zu Werbezwecken ausgenutzt wird. Netzwerkeln kann, wie die Engländer bei ihrem Gegen-Voting für einen anderen als den kommerzialisiert geschalteten Nummer 1-Hit - gezeigt haben, durchaus auch andersartig Einfluss nehmen.  Vielleicht sollte man in Deutschland Crowdsourcing auch auf das Casting der DSDS-Bewerber anwenden. Ein Anwendungslimit ist jedenfalls nicht bekannt.